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NEWS / Sony mit riskanter DVD-Strategie

15.09.2004 06:30 Uhr

Mit der Übernahme von Metro-Goldwyn-Meyer (MGM) setzt der japanische Medien- und Elektronikriese Sony auf eine riskante DVD-Strategie. Wie das Wall Street Journal (WSJ) heute berichtet, verfolgt Sony mit dem fünf Milliarden Dollar schweren Deal vor allem zwei Ziele: Einerseits glaubt der Konzern offenbar an einen fortgesetzten Boom der Cashcow DVD, andererseits soll die Kontrolle über ein riesiges Filmarchiv von rund 8.000 Titeln dem eigenen Blue-Ray-Standard für DVDs zum Durchbruch verhelfen. Ob diese Strategie aufgeht, ist aber keineswegs sicher, so das WSJ.

Die DVD war in den vergangenen fünf Jahren die Cashcow Hollywoods. Experten meinen jedoch laut WSJ, dass der Boom seinen Höhepunkt inzwischen erreicht hat. Das DVD-Geschäft kann sich zwar auch 2004 wieder über ein zweistelliges Umsatzwachstum freuen, aber die Wachstumsraten haben die Spitze bereits überschritten. Die Verkäufe von DVD-Ausgaben neuer Kinofilme sind in den USA im Vorjahr sogar geschrumpft, während das Archiv-Programm der Studios boomt. Auch bei den DVD-Playern zeichnet sich eine Sättigung des Marktes ab. Gegen Jahresende gehen Marktforscher laut WSJ davon aus, dass über 60 Prozent aller US-Haushalte einen DVD-Player haben. Hinzu kommt, dass sich der DVD-Boom bei zunehmender Verbreitung von Video-on-Demand-Services und digitalen Film-Downloaddiensten abschwächen könnte.

Vor diesem Hintergrund könnte es für Sony schwierig werden, das Milliardeninvestment schnell wieder in die Kassen zu erwirtschaften. Gerade MGM hat sehr stark auf die DVD-Vermarktung seines Archives gesetzt. Sony will laut WSJ aber mit dem Deal auch beim technischen Standard für die künftige DVD-Generation profitieren. Sony verfügt laut eigenen Angaben mit MGM über rund die Hälfte aller jemals produzierten Farbfilme bzw. insgesamt über rund 8.000 Titel. Diese "Content-Power" will der Konzern einsetzen, um seinem Blue-Ray-Standard zum Durchbruch zu verhelfen. Ein Konsortium unter der Führung von Toshiba setzt auf eine andere Technologie. Sony hat mit der Etablierung der eigenen Technologien als Industriestandard keine guten Erfahrungen gesammelt. In den 1980ern setze sich Sonys Betamax-Standard nicht gegen VHS von Matsushita bei Videokassetten durch.

Quelle: Pressetext, Autor: Christoph Buhtz
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