Vor ein paar Wochen noch als Gerücht durchs Netz gegeistert und nun doch Realität! Nvidia übernimmt die PhysX-Schmiede AGEIA Technologies, Inc.
Das 2002 gegründete, kalifornische Unternehmen brachte im Jahre 2006 die sogenannten PPU (Physics Processing Unit) mit Namen PhysX auf den Markt, die sich allerdings bis heute nur sehr mäßiger Beliebtheit erfreuten. Problem daran war, dass diese Technik nicht nur einen zusätzlichen PCI-Slot verschlang, aktiv gekühlt und mit einem zusätzlichen Stromanschluss versehen wurde, sondern auch an der flächendeckender Unterstützung der Spieleentwickler mangelte es und nur vereinzelte Titel werden bis heute unterstützt. Anfänglich noch mit Preisen um die 300 Euro-Marke gehandelt, werden fast zwei Jahre nach deren Einführung immer noch mindestens 112 Euro für eine PhysX-Karte von den einzigen beiden Firmen, nämlich BFG und Asus, die die Karten exklusiv vertreiben, fällig.
Mit der Übernahme seitens Nvidia wird sich wohl in Zukunft einiges bei AGEIA verändern. So will man die Rechenleistung der hauseigenen GeForce-Chips ebenfalls für Physik-Berechnungen heranziehen. Bislang kann AGEIAs PhysX-Engine neben den eigenen PhysX-Chips nur die Hauptprozessoren für etwaige Berechnungen nutzen. Der größte Konkurrent namens Havok Physics, der seit einiger Zeit zu Intel gehört, kann für seine Berechnungen ebenfalls nur CPUs, und zwar nur die aus eigenem Hause, nutzen, nachdem Havok FX, welche die Grafikkarten von Nvidia und ATi ebenfalls unterstützte, kurz nach der Übernahme seitens Intel scheinbar still und heimlich begraben wurde. Aufgrund dessen hatte Ageia ihr Software Development Kit (SDK) schon kostenlos angeboten, um sich Marktanteile zu sichern, was aber kaum fruchtete. Mit Nvidia könnte allerdings nun der Schritt zur Massenmarkttauglichkeit gegeben sein.
Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang möchte die Entwickler von Nvidia und PhysX vereinigen, um "GeForce-beschleunigtes PhysX" in einer möglichst breiten Anwendungspalette anzubieten. Das Nachsehen hat wie so oft Konkurrent AMD/ATi, da die konkurrierenden Physik-Beschleunigungsschnittstellen zueinander inkompatibel sind. Nvidia setzt hierbei auf ihre GeForce-zentrierte GPU-Computing-Schnittstelle "CUDA", die dann wohl auch PhysX nutzen wird.
Informationen über die finanziellen Details sind leider bislang nicht bekannt gegeben worde. Ebenso fehlen Informationen darüber, wie Käufer der PhysX-Karten in Zukunft behandelt werden, da eine Konzentration auf die CPU und GPU die Zusatzkarten wohl komplett überflüssig machen könnte.
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