NEWS / Technologien und Digitalisierung im Profisport
Wearables und Datenanalysen erschaffen neue Möglichkeiten
16.07. 07:15 Uhr    0 Kommentare

Nicht erst seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich die Welt in einem technologischen Wandel. Allerdings hat besonders in den letzten 20 Jahren eine digitale Revolution stattgefunden, die alle Bereiche der Gesellschaft erfasst hat. Angefangen vom Internet über die weltweite Vernetzung bis hin zu immer kleineren und effizienteren Computer-Einheiten sind die digitalen Gadgets nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Das gilt mittlerweile sogar für den Profisport. In einer steigenden Anzahl an Disziplinen kommen technische bzw. digitale Hilfsmittel zum Einsatz. Denn immer wieder werden auch schnellere und bessere Wege der Datenübertragung gefunden und deren Analyse optimiert. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der technischen Hilfsmittel im Profisport.

Von der Taktiktafel zum Laptop-Trainer

Die Wissenschaft hat den Profisport erobert. Bereits in den 1990er Jahren haben die Statistiker in den US-amerikanischen Profiligen, insbesondere im American Football und Basketball, Einzug gehalten. Aufgrund detaillierter Daten konnten bessere Spielerprofile erstellt und eine individuellere Leistungsdiagnostik vorgenommen werden.

Mittlerweile gehören haargenaue Leistungsanalysen auch in anderen Sportarten dazu. Im Fußball war hier in den vergangenen Jahren wie bei planet.training immer häufiger vom Laptop-Trainer die Rede. Während ältere Trainer immer noch auf Medizinball und Lauftraining gesetzt haben, gibt es eine neue Trainergeneration, die auf individuelle, computerbasierte Leistungsanalysen setzt. Ob Sensoren in Schuhen und Trikot oder Daten über verschiedene Wearables – mit detailliertem Tracking lässt sich die Leistung der Spieler noch besser optimieren.

Technologien und Digitalisierung ermöglichen auch im Profisport neue Möglichkeiten

Technologien und Digitalisierung ermöglichen auch im Profisport neue Möglichkeiten (Bildquelle: Pexels)

Ernährung wird immer wichtiger

Doch nicht nur die Trainer nutzen die Computer-basierten Daten, auch Ernährungswissenschaftler werden im Profisport immer wichtiger. Ob LeBron James, Cristiano Ronaldo oder Roger Federer – alle gehören zu den Größen in ihrer Sportart und zählen auch im fortgeschrittenen Alter noch zur absoluten Weltspitze. Das ist nicht zuletzt auf ihr Training und Ernährung zurückzuführen. Die oben genannten Athleten zählen laut Galileo alle spezielle Ernährungs- und Fitnesscoaches zu ihrem Team.

Auch in diesem Bereich geben Blut- und Leistungsanalysen Aufschluss darüber, an welchen Stoffen es mangelt, um das absolute Leistungsmaximum zu erreichen. Roger Federer beispielsweise gehört auch mit 39 noch zu den besten Tennisspielern der Welt. Bei den kommenden US Open listet Betway den Schweizer mit einer Tennis Wetten Quote von 11,00 immer noch zu den Top-Spielern. Momentan befindet er sich hierbei sogar in der Top-5 der Spieler, mit den größten Chancen auf einen Sieg (Stand: 07.07.). Diese Leistung mit fast 40 Jahren dürfte nicht zuletzt auch auf seinen professionellen und gesunden Lebensstil zurückzuführen sein.

Technische Unterstützung für die Referees

Seit einigen Jahren setzt man auch im Fußball auf einen Videoschiedsrichter und eine Torlinien-Technologie. Allerdings hat es lange gedauert, bis diese Hilfsmittel, die im US-Sport oder dem Tennis schon länger dazugehören, ihre Akzeptanz gefunden haben. Einige Puristen sind heute noch der Meinung, dass Fehlentscheidungen einfach zum Spiel gehören und die Entscheidungsfindung mit Hilfsmitteln viel zu lange dauern würde. Tatsächlich kann sich die Überprüfung des VAR (Video Assistant Referee) in einigen Fällen einige Minuten hinziehen, allerdings werden spielentscheidende Fehlentscheidungen somit auf ein Minimum reduziert. Dabei kommt auch eine Menge Technik zum Einsatz.

Die Torlinien-Kamera beispielsweise basiert auf dem aus dem Tennis bekannten Hawk-Eye. Dieses ist ein computergestütztes System welches mit mehreren Hochgeschwindigkeit-Kameras die Tor- bzw. Grundlinie aufnimmt. Durch eine computergestützte Triangulierung wird dann eine 3D-Animation erstellt, welche die Position des Balles exakt wiedergibt. Mittlerweile ist diese Technologie auch auf unfesten Untergründen wie Sand möglich. Immer schnellere Prozessoren und CPU-Einheiten können diese Leistung nahezu in Echtzeit realisieren. Zudem ist der Ball im Fußball mit einem Chip versehen, welcher dem Schiedsrichter bei Überquerung der Linie ein Signal sendet. Auch hier hat die Mikro-Technologie in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht.

Im Amateur- und Freizeitsport setzen immer mehr Sportler auf digitale Gadgets

Im Amateur- und Freizeitsport setzen immer mehr Sportler auf digitale Gadgets (Bildquelle: Pixabay)

Wearables und Co. im Amateursport

Doch nicht nur im Profisport hat die Digitalisierung Einzug gehalten, auch im Amateur- und Freizeitsport setzen immer mehr Sportler auf digitale Gadgets. Fitness- und Running-Apps sind hilfreiche Assistenten für das persönliche Workout. Während der Session hat man dank Smartwatch oder Wearables alles im Blick. Die kleinen Armbänder tracken per Mikro-Sensor Leistungsdaten wie Geschwindigkeit oder gelaufene Kilometer ebenso wie wichtige gesundheitliche Daten wie Puls oder Körpertemperatur. Mit bestimmten Apps können diese Daten professionell ausgewertet werden, so dass auch Amateursportler ihr Leistungsvermögen haargenau analysieren können.

Technische Hilfsmittel werden im Sport immer wichtiger – das gilt für den Profisport ebenso wie für den Amateurbereich. Während bei den Profis millionenschwere Fehlentscheidungen vermieden werden können, sind Amateursportler in der Lage auf professionellem Niveau zu trainieren und ihre Leistungsdaten stets im Blick zu haben und kontrollieren zu können. Wir sind gespannt, wie weit die technische Revolution im Sport noch führen wird. Denn auch für die Zuschauer können beispielsweise mit Second Screens ganz neue Sporterfahrungen geschaffen werden.

Quelle: Hardware-Mag, Autor: Patrick von Brunn
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