Das Unternehmen AMD hat heute offiziell angekündigt Ende 2008 bzw. Anfang 2009 eine neue Klasse an Multifunktions-Prozessoren auf den Markt bringen zu wollen, in denen neben der Hauptrecheneinheit (CPU) auch der Grafikprozessor (GPU) integriert ist. Dies sind die ersten Früchte aus der Übernahme von Grafikspezialist ATi. AMD gab zugleich bekannt, dass die 5,4 Mrd. Dollar Akquisition nun abgeschlossen sei.
CPU und GPU arbeiten bislang getrennt. Aus Sicht von AMD ändert sich der Markt allerdings rapide. Erstens wegen steigender Nachfrage aus Schwellenländern, wo der Preis zählt und weniger Chips einen Rechner billiger machen können, zum anderen wegen des Trends zu portablen Rechnern. Die kombinierten Chips werden es ermöglichen, kompaktere und energiesparendere Geräte zu bauen. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende der Grafikkarte, hält Edinger, Chef bei ATi Europa, im pressetext-Interview fest. "Die wird es weiterhin geben, denn beispielsweise Gamer erwarten höchste Performance, wie sie nur von Grafikkarten geliefert werden können. Daher werden wir unter dem ATi-Brand auch weiterhin hochwertige Grafikkarten auf den Markt bringen", so Edinger.
Das Haupteinsatzgebiet der neuen Chipklasse werden Desktop-Computer, Notebooks und ultraportable Business-Geräte sein, die auch heute über keine Grafikkarte verfügen. Bei diesen Geräten ist der Graphikchip OnBoard auf dem Motherboard integriert. AMD plant nun unter den Codenamen "Fusion" einen x86-Prozessor mit integrierter GPU.
Phil Hester, CTO bei AMD, begründet die Fusion-Pläne damit, dass das einfache Hinzufügen von weiteren CPU-Kernen zu der aktuellen Prozessorarchitektur nicht mehr ausreichen wird für die künftigen vielschichtigen Aufgaben, die Computer zu erledigen haben. Außerdem fordere aktuelle Software - etwa Microsofts kommendes Windows Vista - immer leistungsfähigere Grafik.
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